R 1.1 / R 2.2 / R 2.2b |
Nach der Stadtratsentscheidung zum Erhalt und Ausbau der Münchner Trambahn 1984 mussten sich die Verkehrsbetriebe dringend nach zeitgemäßem neuen Rollmaterial umsehen, da selbst die jüngsten P-Wagen mittlerweile 20 Jahre alt waren und seither keine neuen Fahrzeuge mehr beschafft worden waren. Nachdem man zunächst die Entwicklung der VÖV-Niederflurbahn mitverfolgte (die aber zum Flop geriet) wurden 1988 drei Prototypen eines neuen 100% - Niederflurwagens bei MAN bestellt. Auch die Bremer Straßenbahn-AG beschaffte dieses Fahrzeug. Der erste dieser drei als R 1.1 bezeichneten Prototypen (Wagennummer 2701) wurde am 7. Dezember 1990 im Betriebshof 2 vorgestellt und unternahm von dort seine Jungfernfahrt. Von den späteren Serienfahrzeugen unterschieden sie sich in zahlreichen Details: Unter Anderem waren die Stoßverzehrelemente (Rammbohlen) noch relativ klein geraten, die Sitze waren teilweise auf Podesten angeordnet und Linie sowie Ziel wurden noch per Rollband kundgetan. Wagen 2703 wurde später testweise mit den heutigen Matrixanzeigen ausgerüstet. Die Prototypen konnten wegen zu geringen Drehgestellausschlages noch nicht freizügig im gesamten Gleisnetz eingesetzt werden. Mit engen S-Kurven wie am z.B. am Maxmonument hatten diese Fahrzeuge Probleme, so dass sie im fahrplanmäßigen Betrieb nur auf der Linie 19 eingesetzt wurden. Lediglich zu Sonderfahrten kamen die Fahrzeuge gelegentlich auch auf andere Strecken. Die Erfahrungen aus zahlreichen Anfangsschwierigkeiten mit diesen Fahrzeugen flossen in die Entwicklung der 1994 beginnenden Serienfahrzeuge ein, so dass diese von Anfang an ohne größere Störungen unterwegs waren. Die 3 Prototypen wurden wegen der vielen Abweichungen von den Serienfahrzeugen 1997 an den Hersteller (der nun zu ADtranz gehörte) zurückgegeben wofür ein Rabatt bei 3 Neufahrzeugen des Typs R 3.3 gegeben wurde. ADtranz verkaufte die Fahrzeuge 1999 nach Norrköping (Schweden).
Am 11.10.1994 wurde das erste Fahrzeug der als R 2.2 bezeichneten Serie mit den Wagennummern 2101 bis 2170 vorgestellt. Wichtigste Neuerungen waren der Entfall der Podeste im Fahrgastraum (was leider zu einer häufig kritisierten geringeren Beinfreiheit führte), die Einrichtung eines Abstellraumes für Rollstühle und Kinderwagen gegenüber der mit einem Rollstuhlhublift ausgestatteten ersten Tür, die Verkleinerung des Raddurchmessers von 680 auf 630 mm und die Verbreiterung der Radreifen von 85 auf 105 mm. Außerdem wurde die Leistung der Fahrmotoren von 3 x 85 auf 3 x 120 kW angehoben. Es wurde weiterhin 1 Achse pro Drehgestell angetrieben, Anordnung (1A)´+(A1)´+(A1)´. Doch auch während der bereits laufenden Serienfertigung wurden noch zwei kleinere Veränderungen vorgenommen: Ab Wagen 2111 wurden die Fahrzeuge für Dachreklametafeln vorbereitet und ab Wagen 2135 wurde der Fußboden dunkler ausgeführt, da der bis Wagen 2134 verwendete beige Fußbodenbelag sehr schnell dreckig wirkt.
Im Herbst 2009 wurden die Firmen Vossloh Kiepe und IFTEC damit beauftragt, 50 Züge dieses Typs einer umfassenden Modernisierung zu unterziehen. Dabei erhalten die Fahrzeuge nicht nur eine Neulackierung in den aktuellen MVG-Farben und neue Schwenkschiebetüren, sondern auch eine völlige Umgestaltung des Innenraums. Als erster modernisierter R 2.2 wurde im Mai 2010 der Wagen 2121 vorgestellt. Die so "aufgefrischten" Wagen werden als R 2.2b bezeichnet.
Die R 2.2(b)-Triebwagen stellen heute auf allen Linien zumindest einen Teil der Kurse.
Die Wagen 2122 und 2141 wurden mittlerweile nach Unfällen ausgemustert.
Dieser Typ wurde von insgesamt 10 deutschen Betrieben beschafft: Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen (vierteilig), Frankfurt/Oder, Jena, Mainz, München, Nürnberg und Zwickau.
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Fahrgastraum R 2.2 vergrößerbar - zum Vergrößern bitte klicken |
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Fahrgastraum R 2.2b vergrößerbar - zum Vergrößern bitte klicken |
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Fahrerstand R 2.2 vergrößerbar - zum Vergrößern bitte klicken |
technische Daten |
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| Typ | GT6N | |
| Baujahr | 1994 - 1997 | |
| Hersteller | MAN (später AEG), Siemens | |
| Anzahl | 70 (z. Zt. 68) | |
| Wagennummern | 2101 - 2170 | |
| Länge | 27,39 m | |
| Breite | 2,30 m | |
| Höhe | 3,33 m | |
| Höhe Einstieg | 300 mm | |
| Höhe Boden | 360 mm | |
| Radabstand im Drehgestell | 1,85 m | |
| Gewicht | 31,0 t | |
| Leistung | 3 x 120 kW | |
| Höchst- geschwindigkeit | 60 km/h | |
| Befahrbarer Kurvenradius | >= 14,50 m | |
| Sitzplätze | 58 | |
| Stehplätze | 99 | |
| Türen | 4 elektrische Drehschwenktüren | |
| Besonderheiten | Behindertenhublift an der ersten Tür | |
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