
1876 - 1964 (Überblick) |
| 23.06.1876 | Vertrag der Stadt München mit dem Belgier Edouard Otlet über den Aufbau eines Münchner Pferdebahnnetzes mit einer Konzession für 30 Jahre |
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| 21.10.1876 | Inbetriebnahme der ersten Pferdebahnlinie Promenadeplatz - Karlsplatz/Stachus - Bayerstr. - Bahnhofplatz - Dachauer Str. - Stiglmaierplatz - Burgfrieden (Maillingerstraße) mit 8 Wagen |
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| 29.06.1877 | Inbetriebnahme Hauptbahnhof - Bayerstraße - Karlsplatz/Stachus - Sendlinger Tor | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 01.09.1877 | Weiterführung Sendlinger Tor - Müllerstraße - Rumfordstraße - Isartor | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 15.11.1877 | Nachdem Teilstrecken bereits am 6. September bzw. 6. Oktober eröffnet worden waren, geht am 15. November 1877 die "Nord-Süd-Linie" Schwabing - Odeonsplatz - Bahnhofplatz - Theresienhöhe in Betrieb |
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| 25.04.1878 | Der bisherige Alleinbesitzer Otlet beschafft sich Kapital bei einer französischen Finanzgruppe, Betreiber der Münchner Pferdebahn wird die "Société Anonyme des Tramways de Munich" in Brüssel. |
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| 25.08.1882 | Nach zahlreichen Differenzen zwischen Stadt und der belgisch-französischen Gesellschaft entzieht die Stadt der Gesellschaft die Konzession und erzwingt so die Gründung der deutschen "Münchener Trambahn-Aktiengesellschaft (MTAG)" mit einem Vertrag für 25 Jahre und einer Verpflichtung zum Bau folgender Strecken:
Dieses Netz geht schrittweise bis 9.1.1883 in Betrieb (zunächst außer 7. und 8.). Die Aufschriften an den Wagen ändern sich von "Münchener Tramway Ed. Otlet" in "Münchener Trambahn" |
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| 09.06.1883 | Vom Stiglmaierplatz nach Nymphenburg (Notburgastr.) geht eine Dampftrambahn in Betrieb. Die zunächst auf 8 km/h festgelegte Höchstgeschwindigkeit wird 1886 auf 16 km/h erhöht. Es sind zunächst vier Loks vorhanden (bis 1891 erhöht sich der Bestand auf sieben), die jeweils bis zu fünf Wagen ziehen dürfen. |
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| 01.07.1886 | Die "Ungererbahn", eine private, ca. 1 km lange Zubringerbahn für die Gäste des Ungererbades in Schwabing, geht in Betrieb. Sie ist die erste elektrisch betriebene Bahn in München. |
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| 17.02.1892 | Nach dem Bau der Strecken Punkt 1. bis 6. in der Liste oben erklärt sich die Gesellschaft außerstande, das restliche Bauprogramm zu erfüllen. Es wird ein neuer Vertrag geschlossen, nach dem die Gesellschaft neue Strecken im Auftrag und auf Rechnung der Stadt erstellt und betreibt. Nach diesem Modell werden zwei "Gemeindestrecken" gebaut:
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| 17.06.1895 | Die Strecke Färbergraben - Isartalbahnhof wird als erste Linie auch mit elektrischen Wagen betrieben, zunächst bis 22.06. leer zwischen den Pferdebahnwagen, ab 23.06. dann weiterhin zwischen den Pferdewagen, jedoch mit Fahrgastbeförderung. Am 27.06. wurde die Linie ganz auf elektrischen Betrieb umgestellt. Am 23. Oktober folgt die zweite "Gemeindelinie" Hauptbahnhof - Giesing. Die Triebwagen tragen seitlich den Schriftzug "Electrische Trambahn" |
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| 25.10.1897 | Die Stadt verlangt von der MTAG auch die Elektrifizierung ihrer Strecken. Die Gesellschaft weigert sich jedoch, da sich die Kosten von ca. 4 Mio Mark bis zum Auslauf der Konzession 1907 nicht amortisieren würden. So kommt es am 25.10.1897 zu einem erneuten Vertrag über die Elektrifizierung auf Kosten der Stadt. Im Gegenzug kontrollierte die Stadt nun vollständig das somit nur noch formell private Unternehmen. |
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| 15.07.1900 | Die Dampftram nach Nymphenburg stellt im Zuge der fortschreitenden Elektrifizierung ihren Betrieb ein, die Gleise werden teilweise von der "Elektrischen" übernommen |
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| 15.08.1900 | Die letzte Pferdebahnlinie Promenadeplatz - Barer Straße - Hohenzollernplatz wird feierlich verabschiedet und auf elektrischen Betrieb umgestellt. |
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| 11.12.1906 | Neuordnung des Netzes anlässlich der Inbetriebnahme der Neubaustrecken in der Karl- und Fraunhoferstraße, Liniennummern werden offiziell eingeführt und an den Wagen angeschrieben:
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| 01.07.1907 | Mit dem Auslaufen der 25-Jahres-Konzession wird die MTAG aufgelöst, die Stadt übernimmt den Betrieb als "Städtische Straßenbahn" |
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| 16.12.1908 | Münchens erste Außenlinie in die damalige Nachbarstadt Pasing geht als Linie 29 in Betrieb. |
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| 12.08.1910 | Die Außenlinie nach Grünwald wird nach nicht ganz vier Monaten Bauzeit in Betrieb genommen. Sie wird von den Linien 25 von Schwabing und 35 von Neuhausen kommend befahren. Die Linien verkehren jeweils stündlich, so dass Grünwald alle 30 Minuten angefahren wird. |
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| 01.08.1914 | Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges hat eine Masseneinberufung zur Armee zur Folge, die auch das Personal der Verkehrsbetriebe betrifft. So werden bereits ab 4. August die Verstärkerlinien eingestellt, auf vielen Streckenästen verkehren nur noch Pendelwagen. |
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| 1915 | Wegen der anhaltenden kriegsbedingten Personalnot werden bei den Verkehrsbetrieben die ersten Frauen als Schaffnerinnen eingestellt. |
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| Nov 1918 | Der Krieg hat die Münchner Straßenbahn schwer getroffen: Von 424 Triebwagen sind nur noch 188 einsatzfähig. Wegen Kohleknappheit wird der Beriebsschluss zeitweise sogar auf 19 Uhr festgesetzt, um Strom zu sparen. |
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| 01.05.1920 | Nach Beseitigung der Kriegsschäden an Straßenbahnnetz und - fahrzeugen wird zum Sommerfahrplan 1920 wieder im Vollbetrieb gefahren. |
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| 21.03.1921 | Das 1919 gekaufte ehemalige Kriegsmetallwerk an der Ständlerstraße ist zur Hauptwerkstätte umgebaut worden und wird mit einer Verbindungsstrecke vom Giesinger Bahnhof (heute Chiemgaustraße) an das Netz angeschlossen. |
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| 02.11.1922 | Durch die Inflation kommt es zum Winterfahrplan 1922 wieder zu deutlichen Angebotseinschränkungen. Viele Linien werden gekappt und wieder Pendelwagen eingesetzt, im Laufe des Jahres 1923 sorgt die Finanznot für die zeitweise Einstellung ganzer Linien. Erst mit Einführung der "Rentenmark" im November 1923, die 1924 von der "Reichsmark" abgelöst wurde, normalisiert sich der Betrieb allmählich wieder. |
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| 1936 | Das NS-Regime beschließt, München zur "Europäischen Großstadt" umzugestalten. Dazu gehörte neben der Errichtung eines S-Bahnkreuzes Trudering - Gauting und Schleißheim - Großhesselohe mit unterirdischem Knotenpunkt am Stachus auch die Errichtung des "Europäischen Hauptbahnhofes", des größten Kuppelbaues der Welt an der Friedenheimer Brücke. Dieser sollte mit einer U-Bahn angebunden werden. Die Straßenbahn sollte aus der Innenstadt verdrängt werden und nur noch auf Außenstrecken verkehren. Neue Fahrzeuge dürfen nicht mehr angeschafft werden. |
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| 22.05.1938 | Der Bau der geplanten Nord-Süd-S-Bahn (Schleißheim - Großhesselohe) beginnt in der Lindwurmstraße. Die dortige Trambahnstrecke wird zunächst auf die Gehwege und anschließend auf Eisenträger über der Baugrube verlegt. Bis Kriegsbeginn werden nur wenige hundert Meter gebaut. Diese werden später zunächst zugeschüttet und später beim Bau der U-Bahnlinie U3 / U6 wieder verwendet. |
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| 26.08.1939 | Wegen der Masseneinziehung von Personal zur Armee wird das Netz erneut stark eingeschränkt, viele Linien ganz oder teilweise eingestellt. |
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| 06.10.1940 | Erstmals trifft in der Altstadt ein Bombenangriff die Münchner Trambahn. In der Folge zwingen laufend weitere Bombenschäden zu Umleitungen, vom 12.-14.07.1944 wird die Stadt sogar so sehr verwüstet, dass überhaupt kein Verkehr mehr möglich ist. |
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| 30.04.1945 | München wird besetzt. Bis 21. Mai muss jeglicher Verkehr ruhen, da die Besatzungsmächte ein Ausgehverbot erlassen haben, der Verkehr in den Hauptstraßen ist nur ihnen gestattet. Ab 22. Mai gehen einige Strecken nach und nach wieder in Betrieb. |
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02.01.1950 |
Die Waggonbaufabrik Rathgeber in Moosach liefert den ersten » M-Wagen aus. Von diesem Typ werden bis 1965 insgesamt 534 Trieb- und Beiwagen beschafft. Er wird über 40 Jahre lang das Bild der Münchner Trambahn bestimmen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 24.10.1955 | Die Erneuerung des Netzes nach dem Krieg ist zum Winterfahrplan 1955 abgeschlossen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 21.07.1956 | Die erste Nachkriegs-Neubaustrecke wird eröffnet: Die Linie 29 wird von Ramersdorf zum Michaelibad verlängert (erste Etappe der späteren Neuperlach-Linie) |
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| 19.10.1958 | Die Neubaustrecke Westendstraße - Gondrellplatz der Linie 9 wird eröffnet | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 08.09.1959 | Die Wendeschleife Kölner Platz wird aufgegeben, als Ersatz wird die neue, großzügigere Schleife am neu entstandenen Scheidplatz in Betrieb genommen, die zunächst vom Kölner Platz aus ohne Halt durchfahren wird. |
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| 19.09.1959 | Die Strecke vom Kurfürstenplatz durch die Belgradstraße zum Scheidplatz geht in Betrieb, der zur neuen Endstation für die Linien 8 (durch die Belgradstraße) sowie 3 und 28 (über Münchner Freiheit durch die Parzivalstraße) wird. |
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| 07.06.1960 | Zum ersten Mal wird in München eine Trambahnlinie in eine Autobuslinie umgewandelt: Die Linie 5, die einzige fast unveränderte Linie aus dem 19. Jahrhundert, wird nach 78 Jahren durch die Buslinien O 5 und O 15 ersetzt. |
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| 07.04.1961 | Die Linien 9, 12 und 20 werden vom Herkomerplatz zum Effnerplatz verlängert, eine Verlängerung bis nach Oberföhring wird baulich vorbereitet. |
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| 12.11.1961 | Die Linie 37 (Nordbad - Ostbahnhof) wird auf Busbedienung umgestellt (Linie 56). Die alte Nordringstrecke in der Galeriestraße wird aufgegeben, die Strecke in der Theresienstraße bleibt für Umleitungen zunächst erhalten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 16.06.1962 | Die Neubaustrecke der Linie 6 nach Freimann (Freimanner Platz) geht in Betrieb. Es ist die erste nach U-Strab-Parametern gebaute Strecke: 1,50 Gleisabstand, kreuzungsfrei mit Unterführungen auf durchgehend eigenem Gleiskörper. |
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| 06.11.1962 | Die Linie 3 wird vom Botanischen Garten zur neuen Endschleife Amalienburgstraße verlängert | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 31.10.1963 | Die Strecke Waldfriedhof - Lorettoplatz (Linie 6) geht in Betrieb | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 08.11.1963 | Die U-Strab-Strecke vom Scheidplatz nach Harthof (4,1 km) wird eröffnet | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 31.10.1964 | Die U-Strab-Strecke nach Fürstenried West (Graubündner Platz) wird eröffnet, am 30.09. wurde bereits die neue Schleife am Ratzingerplatz in Betrieb genommen und die Schleife Hofmannstraße dafür abgebaut. |
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| 18.12.1964 | Verlängerung der Linie 8 bis Hasenbergl, mit dieser Eröffnung hat das Netz mit 134 km seine größte Ausdehnung erreicht. Diese währt gerade einmal 6 Wochen, da der mit der Stilllegung der Freimanner Strecke beginnende U-Bahnbau für schmerzhafte Einschnitte im Trambahnnetz sorgt. |
